Pfeil Reliefbildstock in Litzelbach
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Sabine Linzmaier

Reliefbildstock mit Heilig-Blut-Wunder Darstellung


Etwa in der Ortsmitte von Unter-Litzelbach neben dem Wetterschutzhäuschen an der Bushaltestelle, steht ein denkmalgeschützter Bildstock mit dem Relief des Heilig-Blut-Wunders von Walldürn. Er ist eine Passionsstelle auf der Wallfahrtsstrecke zum heiligen Blut in Walldürn.

Das heilig-Blut-Wunder besagt folgendes: Im 14. Jahrhundert feierte der Priester Heinrich Otto in der Walldürner Kirche die heilige Messe. Dabei war er recht ungeschickt und stieß den konsekrierten Kelch um (verwandeltes Brot und Wein in den Leib und Blut Christi). Der Inhalt ergoss sich auf das darunter liegende Kelchtuch und formte hierauf blutrot das Abbild des Gekreuzigten, umgeben von 11 Häuptern Christi mit der Dornenkrone.

Dieses Kelchtuch mit dem Blutbild wird seit dieser Zeit von den gläubigen Christen verehrt. Einmal im Jahr wurde in der Walldürner Kirche der Blutschrein mit dem Bildtuch geöffnet und zur Anbetung gezeigt. Daraus entwickelte sich die alljährliche Wallfahrt zum Heiligblutaltar.


ReliefbildstockDas Tafelbild von Litzelbach zeigt quadratisch in seiner Mitte das Kelchtuch. Darunter den umgestoßenen Kelch, aus dem der Gekreuzigte mit den 11 Häuptern Christi erwächst. Darüber wacht das Auge Gottes im Dreieck, dies als Symbol der Dreifaltigkeit. Die auf den oberen und seitlichen Rändern abgebildete Blättergirlande, zeigt einen bewusst gestalteten Kontrast zu dem besonders markanten Bildmittelpunkt. Umrahmt wird die Bildtafel in einer geschwungenen Häuschenform, die nach unten in 2 Voluten ausläuft. Darunter ein voller Traubenhenkel, der aus dem Rebstock hervorquillt als Sinnbild der Fruchtbarkeit. Das Kreuz mit dem Herzen krönt die Bildtafel. Der Tafelbildstock trägt in seinem Sockel folgende Inschrift:

 

"Gleich wie die Taube eilt zu ihrem Nest
so eilt meine Seele wenn sie scheidet aus dem Leben
zum heiligen Geist"
May Anno 1794